Chronik Hof Jünger

 

Chronik des Hofes Jünger

 

Der Hof Jünger gehört zu den letzten erhaltenen Hofanlagen im historischen Ortskern von Kirchhellen. Seine Wurzeln reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück. Eine Inschrift aus dem Jahr 1769 und der 1796 errichtete Hof erzählen bis heute von einer Zeit, in der das Dorfleben landwirtschaftlich geprägt war.

In den 1960er Jahren ging der Hof im Zuge struktureller Veränderungen in den Besitz der Gemeinde über. Nach verschiedenen Nutzungen – unter anderem als Bauhof – verlor das Gebäude zunehmend an Bedeutung. Der bauliche Zustand verschlechterte sich, die Zukunft des kulturhistorisch wertvollen Hofes war lange ungewiss.

Aus dem Wunsch heraus, diesen besonderen Ort zu bewahren, gründeten engagierte Bürgerinnen und Bürger am 7. November 1985 den Bürgerverein Hof Jünger e. V. Ihr Ziel war von Beginn an klar: den Hof zu erhalten, behutsam zu sanieren und als offenen Ort für Kultur, Begegnung und Austausch neu zu beleben.

Noch bevor die Finanzierung gesichert war, begann der Verein, den Hof mit Leben zu füllen. In den späten 1980er Jahren fanden erste Ausstellungen, Konzerte und kulturelle Aktionen in den unsanierten Räumen statt – oft unter einfachen Bedingungen, aber mit großer Resonanz. Der Hof entwickelte früh eine besondere Atmosphäre, die Besucherinnen und Besucher ebenso begeisterte wie Künstlerinnen und Künstler.

Nach Jahren intensiver ehrenamtlicher Arbeit wurde schließlich die umfassende Sanierung möglich. Mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und unter Federführung der Stadt Bottrop begann ab 1989 der behutsame Umbau. Historische Substanz wurde bewahrt, moderne Nutzungsmöglichkeiten geschaffen – stets mit Respekt vor der Geschichte des Hauses.

Am 15. April 1991 wurde der Hof Jünger feierlich als Kultur- und Begegnungszentrum eröffnet. Seitdem ist er ein lebendiger Ort für Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Kurse und Veranstaltungen verschiedenster Art – offen für Menschen aller Generationen.

Bis heute steht der Hof Jünger für das, was ihn von Anfang an getragen hat: bürgerschaftliches Engagement, kulturelle Vielfalt und die Überzeugung, dass Geschichte dann lebendig bleibt, wenn Menschen sie gemeinsam gestalten.