Chronik Hof Jünger – vom Bauernhof zum Kulturzentrum

Der Hof Jünger am Wellbraucksweg gehört zu den letzten Gebäuden im Kirchhellener Ortskern, die an die frühere landwirtschaftliche Dorfstruktur erinnern. Aus dem Wunsch heraus, dieses Stück Ortsgeschichte zu bewahren und sinnvoll zu nutzen, entstand Mitte der 1980er Jahre eine bürgerschaftliche Initiative – und daraus schließlich das heutige Kultur- und Begegnungszentrum.

1985 – Die Idee wird Verein

  • 07.11.1985: Rund 30 Bürgerinnen und Bürger treffen sich im Gasthof Schulte-Wieschen und gehen den ersten konkreten Schritt: Die Gründung eines Fördervereins für Instandsetzung und Nutzung des Hofes Jünger.

  • Ende 1985: Der Verein erhält den Namen „Bürgerverein Hof Jünger e.V.“. Ziel: Erhaltung dörflicher Kulturgüter – insbesondere die Sicherung, Pflege und Darstellung ländlicher Kultur am Hof.

1986 – Konzept und Öffentlichkeit

  • Der Bürgerverein stellt seine Konzeption öffentlich vor (u. a. Ausstellung in der Volksbank Kirchhellen).

  • Die Stadt Bottrop würdigt die Arbeit: Nutzungs- und Planungskonzepte liegen vor, Verwaltung und Politik befassen sich damit. Gespräche zur Förderung werden aufgenommen.

  • Tag der offenen Tür: Rund 200 Besucher informieren sich direkt vor Ort – die Idee eines Begegnungs- und Kommunikationszentrums findet breite Zustimmung.

1987 – Entscheidung, Finanzierung & erste Kultur trotz Baustelle

  • In Ausschüssen wird deutlich: Das Projekt ist förderfähig, aber anspruchsvoll – Kostenansatz ca. 800.000 DM, Eigenanteil/Eigenleistung und Folgekosten sind zu klären.

  • Trotz Unsicherheiten startet der Hof schon als Kulturort: Ausstellungen und Veranstaltungen bringen Leben in das Gebäude – als „Vorgeschmack“ auf das, was entstehen soll.

1988 – Der Hof wird zum Magneten

  • Der Verein wächst weiter, organisiert sich stärker (u. a. Beirat, aktive Mithilfe vieler Mitglieder).

  • Kulturprogramm etabliert sich: Ausstellungen, Konzerte, Aktionen mit Schulen und Kindern.

  • Ein wichtiges Signal: Es zeichnet sich eine sehr hohe Landesförderung ab – die Sanierung rückt in greifbare Nähe.

1989 – Der Durchbruch: Förderung bewilligt

  • Der Regierungspräsident bewilligt 715.000 DM für den Umbau.

  • Unter Federführung des städtischen Hochbauamtes kann die Umsetzung starten – der „bürgerschaftliche Eifer und Ideenreichtum“ wird ausdrücklich gewürdigt.

1990 – Umbauphase & Nutzungsidee wird konkret

  • Im Haus entsteht eine moderne Infrastruktur (Elektro, Wasser, Böden), zugleich wird historische Substanz sichtbar gemacht (u. a. freigelegtes Fachwerk).

  • Geplant ist ein multifunktionales Haus: Tenne und Ausstellungsbereiche, Küche, Gruppenräume („Runder Tisch“, „Langer Tisch“), Platz für Heimatverein, Kurse, Begegnung – plus ein musealer Raum mit bäuerlichen Originalstücken.

1991 – Offizielle Eröffnung & erste Bilanz

  • April 1991: Der Hof Jünger wird als Kulturzentrum offiziell eingeweiht – mit rund 200 Gästen.

  • September 1991: Erste Halbjahresbilanz: Ein vielseitiges Programm aus Lesungen, Konzerten, Ausstellungen, Vorträgen, Seminaren. Die Volkshochschule und Musikschule sorgen früh für regelmäßige Belegung.

  • Besonders bemerkenswert: Der Umbau bleibt im Kostenrahmen – sogar leicht unter der Planung.

Quelle: zeitgenössische Berichte u. a. aus WAZ, Ruhr-Nachrichten und Stadtspiegel (1985–1991).

 

Im Jahr 1983 wurde nach mehrjähriger Bürgerdiskussion der Ober- und Niederrather Hof im Rahmen der Ortskernsanierung abgerissen.

15.07.1985 – Erste Interessenten über den Erhalt und die mögliche Nutzung des ehemaligen Hofes Jünger treffen sich.

05.09.1985 – Die sozialkulturelle Bedeutung des alten Hofes wird erkannt. Herr Schulte (Gaststätte Schulte-Wieschen) stellt einen Veranstaltungsraum zur Verfügung.

07.11.1985 – Gründung des Bürgervereins Hof Jünger.

30.11.1985 – Erste Satzung beschlossen.

29.12.1985 – Zweite öffentliche Besichtigung und Diskussion über die Nutzung des Hofes durch den neu gegründeten Verein.

05.03.1986 – Vorstellung der Planung und der Grundzüge des Nutzungskonzepts, erste kulturelle Nutzung des Hofes möglich.

27.11.1986 – Gründung des Fördervereins Hof Jünger e. V. (Eintragung ins Vereinsregister).

07.01.1987 – Rat der Stadt Bottrop bewilligt 50.000 DM Zuschuss.

02.06.1987 – Die Konzeption wird dem Kulturausschuss vorgelegt. Die Kosten werden mit 800.000 DM angesetzt.

20.11.1987 – Die Finanzierung der Gesamtsanierung wird geprüft. Durchführung weiterer Veranstaltungen.

09.10.1988 – Restaurierung des historischen Tennenbalkens mit Inschrift von 1769.

14.12.1988 – Förderzusage des Landes Nordrhein-Westfalen in Aussicht gestellt.

15.03.1989 – Bewilligung der Landesförderung.

14.07.1989 – Der Regierungspräsident bewilligt 715.000 DM für den Umbau des Hofes Jünger.

10.10.1989 – Beginn der Umbauarbeiten unter Leitung des Hochbauamtes.

25.10.1989 – Erste Veranstaltungen während der Bauphase.

01.12.1990 – Abschluss der Rohbauarbeiten.

15.04.1991 – Offizielle Eröffnung des Kulturzentrums Hof Jünger.

1991–1995 – Regelmäßiger Veranstaltungsbetrieb mit Ausstellungen, Konzerten, Kursen, Lesungen und Vorträgen.

1996–2000 – Ausbau der kulturellen Angebote, stärkere Einbindung von Vereinen, VHS und Musikschule.

2001–2010 – Hof Jünger etabliert sich als feste kulturelle Institution im Bottroper Norden.

2011–heute – Kontinuierliche Weiterentwicklung als Kultur- und Begegnungsstätte mit bürgerschaftlichem Engagement.